Backup vs Synchronisierung klingt nach einer kleinen technischen Feinheit – bis versehentlich der falsche Ordner gelöscht wird. Ein Synchronisierungsdienst kann diese Löschung innerhalb weniger Sekunden auf Notebook, Büro-PC und Cloud übertragen. Ein gutes Backup sollte Ihnen dagegen noch einen sauberen Stand geben, zu dem Sie zurückkehren können.
Genau darin liegt der entscheidende Unterschied. Synchronisierung hält mehrere Speicherorte möglichst gleich. Backup soll einen Fehler rückgängig machbar machen. Moderne Cloud-Dienste verwischen die Grenze ein wenig, weil sie Papierkorb, Versionsverlauf und Wiederherstellungsfunktionen mitbringen. Diese Funktionen sind wertvoll – aber sie sind zusätzliche Schutzschichten auf einem Synchronisierungssystem, nicht dessen eigentliche Grundaufgabe.
Die kurze Antwort
Nutzen Sie Synchronisierung, wenn aktuelle Dateien auf mehreren Geräten verfügbar oder mit anderen Personen geteilt werden sollen. Nutzen Sie ein Backup, wenn Sie unabhängige Wiederherstellungspunkte für versehentliches Löschen, falsche Änderungen, Hardwareausfälle, Schadsoftware oder fehlgeschlagene Synchronisierung brauchen. Bei wichtigen Daten ist die robusteste Lösung meist beides: Sync für den Alltag, Backup für den Ernstfall.
Wenn ein NAS nicht nur den aktuellen Stand spiegeln, sondern eine belastbare Historie aufbewahren soll, lesen Sie auch unsere Anleitung zum Backup von Windows 11 auf NAS oder Netzlaufwerk. Sie behandelt Dateiversionsverlauf, UNC-Pfade, SMB-Anmeldung, Snapshots und die Risiken eines ständig erreichbaren Ziels.
In dieser Anleitung
- Was Dateisynchronisierung wirklich macht
- Was ein Backup anders macht
- Der Löschtest: die schnellste Unterscheidung
- Macht Versionsverlauf aus Sync automatisch ein Backup?
- Backup vs Synchronisierung im direkten Vergleich
- Ein praktisches OneDrive-Beispiel
- Mirror-Kopien: nützlich, schnell und leicht misszuverstehen
- Wie Perfect Backup Mirror und Wiederherstellungspunkte trennt
- So nutzen Sie Synchronisierung und Backup zusammen
- Häufige Fehler
- Häufig gestellte Fragen
1. Was Dateisynchronisierung wirklich macht
Stellen Sie sich einen Projektordner vor, den Sie auf einem Desktop-PC, einem Notebook und in einem Cloud-Konto verwenden. Sie ändern auf dem Notebook die Datei Budget.xlsx. Der Synchronisierungsclient erkennt die Änderung, lädt den neuen Stand hoch und aktualisiert kurz darauf auch den Desktop-PC. Genau dafür ist Synchronisierung gedacht: Sie arbeiten mit derselben aktuellen Datei, egal an welchem Gerät.
Nun löschen Sie Budget.xlsx auf dem Notebook. Für eine normale bidirektionale Synchronisierung ist auch das nur eine Zustandsänderung. Das Ziel des Systems lautet nicht, auf jedem Gerät vorsichtshalber etwas anderes aufzubewahren. Das Ziel ist, die Speicherorte anzugleichen. Deshalb kann die Löschung in die Cloud und von dort auf die anderen Geräte weitergegeben werden.
Das ist kein Fehler. Die Synchronisierung erledigt genau die Aufgabe, für die sie gebaut wurde.
- Datei bearbeiten: Die Änderung wird verteilt.
- Datei umbenennen: Der neue Name wird verteilt.
- Datei verschieben: Der neue Speicherort wird verteilt.
- Datei löschen: Auch die Löschung kann verteilt werden.
Microsoft beschreibt das für OneDrive ausdrücklich so: Wird eine Datei oder ein Ordner im OneDrive-Ordner hinzugefügt, geändert oder gelöscht, wird die entsprechende Änderung auch auf der OneDrive-Website vorgenommen – und umgekehrt. Für mobiles Arbeiten, Zusammenarbeit und den täglichen Zugriff ist das hervorragend. Aber überall derselbe aktuelle Stand ist nicht dasselbe wie ein unabhängiger älterer Stand, der unangetastet bleibt. Wenn Ihre Arbeitsdateien in OneDrive liegen, zeigt die Anleitung zum OneDrive-Backup auf einer externen Festplatte, wie aus dem Unterschied zwischen Synchronisierung und Backup ein tatsächlich unabhängiger zweiter Wiederherstellungsweg wird.
2. Was ein Backup anders macht
Ein echtes Backup schafft bewusst Abstand zwischen Arbeitsdaten und Wiederherstellungskopie. Dieser Abstand kann zeitlich sein, durch einen getrennten Speicherort entstehen, durch andere Zugriffsrechte geschützt werden oder aus allen drei Faktoren bestehen.
Wenn Sie am Donnerstag feststellen, dass ein Projektordner bereits am Mittwoch beschädigt wurde, sollte ein brauchbares Backup Sie auf Dienstag zurückbringen können. Wenn Ransomware die heutigen Dateien verschlüsselt, brauchen Sie einen älteren sauberen Wiederherstellungspunkt. Und wenn die interne SSD ausfällt, hilft eine „Sicherung“ auf derselben SSD wenig.
Deshalb besitzen Backup-Systeme Funktionen, die eine reine Synchronisierung nicht zwingend benötigt:
- Wiederherstellungspunkte oder datierte Sicherungssätze, damit gestern verfügbar bleibt, obwohl sich heute etwas geändert hat.
- Aufbewahrungsregeln, die festlegen, wie lange ältere Stände erhalten bleiben.
- Unabhängige Ziele wie externe Laufwerke, NAS, Netzwerkordner, FTP-Server oder Cloud-Speicher für Backups.
- Inkrementelle und differenzielle Sicherungen, mit denen sich Historie speichern lässt, ohne jedes Mal alles neu zu kopieren.
- Wiederherstellungsabläufe, die gezielt einen früheren Datenstand rekonstruieren, statt nur zwei Ordner auf denselben Stand zu bringen.
Ob Daten „in der Cloud“ liegen, entscheidet daher nicht, ob sie synchronisiert oder gesichert sind. Eine Cloud kann Arbeitsordner synchronisieren, Archive enthalten oder als Ziel für echte Backup-Sätze dienen. Entscheidend ist das Verhalten in dem Moment, in dem der aktuelle Stand nicht mehr der gewünschte Stand ist.
Wie solche Wiederherstellungspunkte mit vollständigen, inkrementellen und differenziellen Sicherungen entstehen, erklären wir ausführlich in Inkrementelles Backup vs differenzielles Backup vs vollständiges Backup.
3. Der Löschtest: die schnellste Unterscheidung
Wenn Sie einen Dienst, eine NAS-Funktion oder eine Backup-Konfiguration beurteilen möchten, stellen Sie nur eine Frage:
Wenn ich diesen Ordner heute an der Quelle lösche – was davon existiert morgen noch?
Die Antwort sagt häufig mehr aus als die Produktbezeichnung.
Bei typischer Synchronisierung oder einem Mirror wird das Ziel an den neuen Zustand der Quelle angepasst. Existiert der Ordner dort nicht mehr, kann er auch am Ziel verschwinden. Bei einem versionierten Backup kann der aktuelle Sicherungslauf die Löschung zwar erfassen, ältere Wiederherstellungspunkte bleiben aber erhalten.
Nehmen wir ein kleines Architekturbüro mit einem synchronisierten Ordner Projekte:
- Montag: 18.000 Dateien sind intakt und synchronisiert.
- Dienstag, 9:12 Uhr: Jemand löscht versehentlich einen Kundenordner mit 900 Dateien.
- Dienstag, 9:13 Uhr: Die Löschung erreicht die Cloud.
- Dienstag, 9:14 Uhr: Der Büro-PC erhält dieselbe Löschung.
Das Büro kann die Dateien möglicherweise über den Papierkorb oder den Versionsverlauf des Cloud-Anbieters zurückholen. Das ist echter Schutz und kann den Tag retten. Aber achten Sie darauf, woher dieser Schutz kommt: aus einer zusätzlichen Historien- oder Papierkorb-Funktion, die über der Synchronisierung liegt. Die Synchronisierung selbst hat die Löschung ordnungsgemäß verteilt.
Nun ergänzen Sie eine nächtliche inkrementelle Sicherung auf eine externe Festplatte, die nach dem Lauf getrennt wird. Der Wiederherstellungspunkt von Montagabend ändert sich nicht nur deshalb, weil am Dienstag die Löschung überall synchronisiert wurde. Genau diese Unabhängigkeit ist der Kern eines guten Backups.
4. Macht Versionsverlauf aus Sync automatisch ein Backup?
Versionsverlauf macht Synchronisierung deutlich sicherer. Er macht aber nicht automatisch jede Sync-Lösung zu einem vollwertigen unabhängigen Backup.
Cloud-Dienste haben bei der Wiederherstellung stark aufgeholt. OneDrive bietet einen Versionsverlauf für ältere Dateistände, einen Papierkorb für gelöschte Elemente und für unterstützte Microsoft-365-Abonnements die Funktion OneDrive wiederherstellen, mit der Aktionen der letzten 30 Tage zurückgesetzt werden können.
Diese Funktionen sind nützlich, haben aber Grenzen:
- Aufbewahrung ist endlich. Papierkorb und ältere Versionen werden nicht unbegrenzt vorgehalten.
- Kontorichtlinien spielen eine Rolle. In Unternehmensumgebungen können Administratoren Versionierung und Aufbewahrung beeinflussen.
- Dasselbe Konto bleibt eine Abhängigkeit. Kontosperren, kompromittierte Zugangsdaten oder administrative Änderungen können Live-Daten und Cloud-Wiederherstellung gleichzeitig betreffen.
- Die Abdeckung ist oft enger als angenommen. Synchronisierte Ordner sind nicht automatisch ein Backup des gesamten PCs, der Anwendungsdaten oder des Windows-Systemzustands.
- Eine Recovery-Funktion ist noch keine unabhängige Kopie. Ein getrenntes externes Backup bleibt nutzbar, auch wenn Cloud-Dienst oder Konto gerade nicht verfügbar sind.
„Synchronisierung ist kein Backup“ sollte daher nicht so verstanden werden, als hätten OneDrive, Dropbox oder ähnliche Dienste keinen Wiederherstellungswert. Sie haben sehr wohl welchen. Die bessere Regel lautet: Lassen Sie die Wiederherstellungsfunktionen Ihres Sync-Anbieters nicht zum einzigen Rettungsweg für unersetzliche Daten werden.
Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt im Ransomware-Kontext mindestens eine Offline-Kopie, die nach der Sicherung von den übrigen Systemen getrennt wird. Der Grund ist einfach: Angreifer suchen gezielt nach erreichbaren Backups und versuchen, diese mitzuverschlüsseln.
5. Backup vs Synchronisierung im direkten Vergleich
| Frage | Synchronisierung | Versioniertes Backup |
|---|---|---|
| Hauptziel | Aktuelle Dateien an mehreren Orten gleich halten | Daten nach einem Fehler wiederherstellen |
| Änderungen | Werden an andere Speicherorte weitergegeben | Erzeugen neue Sicherungsstände |
| Löschungen | Können weitergegeben werden | Ältere Wiederherstellungspunkte können erhalten bleiben |
| Frühere Versionen | Nur wenn der Dienst eine separate Versionsfunktion bietet | Zentrales Element der Sicherungsstrategie |
| Mehrere Geräte | Sehr gut geeignet | Optional; nicht der Hauptzweck |
| Offline-Kopie | Unüblich als Kernfunktion | Sehr sinnvoll, besonders gegen Ransomware |
| Gesamter PC / Laufwerksabbild | Normalerweise nein | Mit geeigneter Backup-Software möglich |
| Wiederherstellung nach „falschem aktuellen Stand“ | Abhängig von Papierkorb/Versionierung | Über gezielte Wiederherstellungspunkte |
Die wichtigste Zeile ist nicht „Cloud“ gegen „lokal“. Sie können zwei PCs im lokalen Netz synchronisieren, und Sie können Backups in der Cloud speichern. Die entscheidende Frage lautet: Soll das Ziel der Quelle folgen – oder soll es frühere Zustände bewahren?
6. Ein praktisches OneDrive-Beispiel
OneDrive ist ein gutes Beispiel, weil Windows-Nutzer dort Begriffe wie Synchronisierung, Ordnersicherung und Backup sehr nah beieinander sehen.
Bei Outlook entsteht dieselbe Verwechslungsgefahr: Microsoft 365 kann ein Postfach hervorragend synchronisieren und verfügbar halten, ohne automatisch eine unabhängige historische Kopie zu schaffen. Der Leitfaden Outlook-E-Mails sichern erklärt, warum Postfach, OST-Cache und PST-Export unterschiedliche Rollen spielen.
Angenommen, Dokumente wird mit OneDrive synchronisiert. Sie bearbeiten eine Word-Datei auf dem Desktop-PC. Wenig später ist die neue Version auf dem Notebook verfügbar. Das ist Synchronisierung, und sie löst ein echtes Alltagsproblem.
Wird die Datei gelöscht, lässt sie sich häufig für eine gewisse Zeit aus dem OneDrive-Papierkorb zurückholen. Wurde sie überschrieben, kann der Versionsverlauf einen älteren Stand liefern. Für Microsoft-365-Abonnenten gibt es zusätzlich die Möglichkeit, OneDrive insgesamt auf einen früheren Zeitpunkt zurückzusetzen.
Diese Funktionen machen OneDrive deutlich robuster als einen nackten Zwei-Wege-Dateiabgleich. Trotzdem lohnt es sich, drei unterschiedliche Vorfälle getrennt zu betrachten:
- Sie haben heute Morgen eine Datei gelöscht: Der Papierkorb ist wahrscheinlich der schnellste Weg.
- Sie haben eine richtige Datei mit falschem Inhalt überschrieben: Der Versionsverlauf kann genau diese Datei zurücksetzen.
- Sie bemerken erst spät, dass ein kompletter Ordner seit Tagen beschädigt oder manipuliert ist: Ein unabhängiges Backup mit längerer Historie bietet einen zweiten Rettungsweg, falls die Cloud-Historie nicht weit genug zurückreicht.
Die praktische Schlussfolgerung lautet also nicht „OneDrive abschalten“. Im Gegenteil: Nutzen Sie OneDrive für das, was es sehr gut kann, und sichern Sie wichtige Daten zusätzlich unabhängig.
7. Mirror-Kopien: nützlich, schnell und leicht misszuverstehen
Ein Mirror liegt genau an der Grenze zwischen Backup und Synchronisierung. Ein Mirror-Job hält das Ziel so ähnlich wie möglich zur Quelle. Neue und geänderte Dateien werden kopiert; Dateien, die an der Quelle entfernt wurden, können auch am Ziel entfernt werden.
Das ist praktisch, wenn Sie eine sofort nutzbare zweite Ordnerstruktur brauchen. Eine gespiegelte Foto-Sammlung auf einer zweiten Festplatte lässt sich direkt öffnen. Ein gespiegelter Projektordner auf einem NAS kann beim Ausfall eines Laufwerks schnell weiterhelfen.
Aber ein Mirror beantwortet eine andere Frage als ein versioniertes Backup:
- Mirror: „Wie bekomme ich möglichst schnell eine zweite Kopie des aktuellen Zustands?“
- Versioniertes Backup: „Wie komme ich zu einem früheren Zustand zurück?“
Wenn Sie am Mittwoch 500 Dateien löschen und der Mirror am Mittwochabend läuft, kann die Zielseite anschließend ebenfalls ohne diese 500 Dateien dastehen. Das ist korrektes Mirror-Verhalten – aber kein Schutz vor genau dieser Löschung.
Ein Mirror kann daher Bestandteil einer guten Strategie sein. Er sollte nur nicht fälschlich für die Historie gehalten werden.
Wenn Sie Synchronisierung und Backup sauber getrennt haben, ist der nächste Schritt die Architektur. Die 3-2-1 Backup Regel zeigt, wie Sie lokale Wiederherstellung, eine externe Kopie und zusätzlichen Schutz gegen Ransomware zu einer belastbaren Strategie verbinden.
8. Wie Perfect Backup Mirror und Wiederherstellungspunkte trennt
Perfect Backup macht diese Unterscheidung ausdrücklich sichtbar. Bei Files and Folders Backup stehen unter anderem Full, Incremental, Differential und Mirror als unterschiedliche Methoden zur Verfügung.
Mirror hält eine aktuelle Kopie. Neue und geänderte Dateien werden übertragen, und Dateien, die an der Quelle nicht mehr vorhanden sind, werden auch aus dem Ziel entfernt. Dabei entstehen keine Wiederherstellungspunkte.
Für echte Historie verwenden Sie dagegen:
- Full für einen vollständigen unabhängigen Sicherungsstand.
- Incremental für kleinere Folgesicherungen seit dem letzten Backup.
- Differential für alle Änderungen seit dem letzten vollständigen Backup.
Diese Trennung ist wichtig, weil „eine zweite Kopie“ allein noch nichts darüber sagt, ob sie einen Fehler überlebt. Wenn Sie eine exakte aktuelle Replik benötigen, ist Mirror sinnvoll. Wenn Sie mehrere Zeitstände benötigen, wählen Sie eine der versionierten Backup-Methoden.
9. So nutzen Sie Synchronisierung und Backup zusammen
Die stärkste Lösung ist häufig keine Entweder-oder-Entscheidung. Synchronisierung und Backup lösen unterschiedliche Probleme und ergänzen sich deshalb gut.
Für einen typischen Windows-PC könnte eine sinnvolle Schichtung so aussehen:
- Arbeitsordner synchronisieren. Dokumente, Tabellen und aktuelle Projekte liegen in OneDrive oder einem anderen Sync-Dienst, damit sie auf PC, Notebook und Smartphone verfügbar sind.
- Diese Ordner zusätzlich versioniert sichern. Perfect Backup erstellt täglich inkrementelle oder differenzielle Sicherungen auf ein externes Laufwerk oder ein anderes unabhängiges Ziel.
- Das Ziel nicht dauerhaft offen lassen. Eine externe Festplatte kann nach dem Lauf getrennt werden; bei einem NAS oder Server sollten Berechtigungen und Zugriff entsprechend abgesichert sein.
- Für den großen Ausfall ein Systemabbild ergänzen. Wer neben Dateien auch Windows, Programme und Einstellungen wiederherstellen möchte, kann zusätzlich ein Windows-11-Systemabbild einplanen.
- Wiederherstellung testen. Ein Backup ist erst dann vertrauenswürdig, wenn mindestens eine Testwiederherstellung funktioniert hat.
Damit erhalten Sie drei verschiedene Vorteile: komfortablen Zugriff, schnelle Wiederherstellung einzelner Dateien und eine unabhängige zweite Schutzebene für größere Fehler.
10. Häufige Fehler
Fehler 1: „Die Datei ist in der Cloud, also ist sie gesichert“
Cloud-Speicher kann sehr gute Wiederherstellungsfunktionen besitzen. Entscheidend ist aber, ob Sie genügend Historie, genügend Aufbewahrungszeit und einen unabhängigen Zugriffspfad haben. „Cloud“ ist ein Speicherort, keine Garantie für eine bestimmte Backup-Strategie.
Fehler 2: Zwei synchronisierte Geräte als zwei Backups zählen
Wenn beide Geräte denselben Zustand nachbilden, kann derselbe Fehler beide treffen. Zwei Kopien sind nur dann wirklich zwei Schutzebenen, wenn nicht jede Änderung automatisch auf beide durchschlägt.
Fehler 3: Den Papierkorb für unbegrenzt halten
Cloud-Papierkörbe und Versionsverläufe sind zeitlich begrenzt oder durch Richtlinien steuerbar. Prüfen Sie die tatsächlichen Fristen Ihres Kontos und verlassen Sie sich bei langfristig wichtigen Daten nicht ausschließlich darauf.
Fehler 4: Mirror mit Historie verwechseln
Eine perfekte Kopie des heutigen Fehlers bleibt ein heutiger Fehler. Mirror ist hervorragend für eine aktuelle Replik, aber nicht automatisch für das Zurückspringen auf gestern.
Fehler 5: Backup-Ziel dauerhaft beschreibbar lassen
Ein ständig erreichbares Backup kann bei Ransomware oder einem kompromittierten Konto mitbetroffen sein. Das BSI empfiehlt deshalb mindestens eine Offline-Kopie, die nach der Sicherung getrennt ist.
Fehler 6: Nur Dateien sichern, aber nie die Wiederherstellung planen
Überlegen Sie vor dem Notfall, was Sie zuerst brauchen: einzelne Dokumente, einen kompletten Projektordner oder den ganzen Windows-PC. Diese Entscheidung bestimmt, ob Dateibackup, Systemabbild oder beides sinnvoll ist.
11. Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Backup und Synchronisierung?
Synchronisierung hält den aktuellen Zustand von Dateien an mehreren Orten möglichst gleich. Ein Backup bewahrt wiederherstellbare Kopien oder Wiederherstellungspunkte, damit Sie nach Löschen, beschädigten Dateien, Malware oder Hardwareausfall zu einem früheren Zustand zurückkehren können.
Ist OneDrive-Synchronisierung ein Backup?
OneDrive ist in erster Linie ein Synchronisierungsdienst, besitzt aber wichtige Wiederherstellungsfunktionen wie Papierkorb, Versionsverlauf und – bei unterstützten Microsoft-365-Abonnements – die Wiederherstellung des gesamten OneDrive. Für unersetzliche Daten bleibt ein unabhängiges zusätzliches Backup sinnvoll.
Brauche ich trotz OneDrive-Versionsverlauf noch Backup-Software?
Der Versionsverlauf reduziert das Risiko deutlich, ersetzt aber nicht jede Backup-Anforderung. Eine unabhängige Sicherung kann andere Aufbewahrungsregeln verwenden, auch Daten außerhalb der synchronisierten Ordner erfassen und bei Bedarf sogar den gesamten Windows-PC über ein Laufwerksabbild schützen.
Ist ein Mirror-Backup dasselbe wie Synchronisierung?
Die Konzepte sind ähnlich, weil beide eine aktuelle Replik anstreben. In Perfect Backup kopiert Mirror neue und geänderte Dateien, entfernt am Ziel Dateien, die an der Quelle gelöscht wurden, und erzeugt keine Wiederherstellungspunkte. Für Historie verwenden Sie Full, Incremental oder Differential.
Kann ich einen OneDrive-synchronisierten Ordner zusätzlich sichern?
Ja. Das ist sogar eine praktische Kombination: OneDrive sorgt für Zugriff auf mehreren Geräten, während ein unabhängiges Backup eine separate Historie erhält. Dateien, die nur online vorliegen, müssen lokal verfügbar sein, wenn die Backup-Software ihren Inhalt lesen soll.
Sollte ich für Fotos und Dokumente Synchronisierung oder Backup verwenden?
Nutzen Sie Synchronisierung für bequemen Zugriff von mehreren Geräten. Nutzen Sie Backup, wenn Sie Dateien oder ältere Versionen nach einem Fehler zuverlässig zurückholen müssen. Für wichtige Fotos und Dokumente ist die Kombination beider Ansätze robuster als nur einer davon.
Wenn Ransomware ins Spiel kommt, wird die Trennung noch wichtiger: Synchronisierung kann verschlüsselte Dateien als normalen aktuellen Zustand weitergeben. Unsere Anleitung Backups vor Ransomware schützen erklärt, welche Backup-Kopien ein kompromittierter Rechner erreichen darf und warum Offline-Historie, getrennte Zugangsdaten und getestete Wiederherstellung entscheidend sind.
Synchronisieren für Komfort, sichern für den Weg zurück
Die sinnvollste Sicht auf Backup vs Synchronisierung lautet nicht „Welche Technik ist besser?“. Beide beantworten verschiedene Fragen.
Synchronisierung fragt: „Wie habe ich überall die aktuelle Version?“
Backup fragt: „Wie komme ich zurück, wenn die aktuelle Version falsch, beschädigt, gelöscht oder nicht erreichbar ist?“
Sobald Sie diese beiden Fragen trennen, wird die Strategie einfacher. Synchronisieren Sie Ordner, bei denen Mobilität und Zusammenarbeit wichtig sind. Sichern Sie Daten, bei denen Historie wichtig ist. Und bewahren Sie mindestens eine Kopie so unabhängig auf, dass dieselbe Löschung, derselbe kompromittierte PC oder derselbe Synchronisierungsfehler nicht auch diese Kopie verändern kann.
Quellen und Produktdokumentation
- Microsoft Support: Dateien und Ordner Ihres Computers mit OneDrive synchronisieren
- Microsoft Support: Gelöschte Dateien oder Ordner in OneDrive wiederherstellen
- Microsoft Support: Frühere Version einer in OneDrive gespeicherten Datei wiederherstellen
- Microsoft Support: OneDrive wiederherstellen
- BSI: Maßnahmenkatalog Ransomware
- Perfect Backup User Guide: Comparison of Backup Methods
- Perfect Backup User Guide: Files and Folders Backup
Lerncenter
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